Tag 8 - Die Nordspitze ist erreicht !
Eine Küstenfahrt bei Regen und dann steigt auch noch der Scheibenwischer aus.
Und damit herzlich willkommen zur Zusammenfassung der heutigen Etappe des bereits achten Tages auf der Rallye. Heute hatten unsere Ritter einen sehr nassen Kampf zu kämpfen und mussten sich statt mit der Tagesaufgabe dann doch lieber mit dem Auto beschäftigen.
Die heutige Route startete am Campingplatz in Ullapool und es ging sofort wieder in die bergige Landschaft der vergangenen Tage hinein. Weiter an zurück die Westküste in Richtung der Ortschaft "Achmelvich" und von dort aus nach Nordwesten bis sich dann das britische Festland dem Ende näherte. An der nördlichen Küstenlinie ging es dann entlang bis der offiziell nördlichste Punkt der diesjährigen Rallye erreicht werden konnte. Der Weg nach Süden hielt bis zur Ortschaft "Staxigoe" an.
Frisch geduscht und mit einem frischen Kaffee ging es ab in das Auto am heutigen Vormittag. Allerdings wollte auch der Volvo etwas Verpflegung und auch für Mittag war noch nicht gesorgt auf der heutigen relativ langen Etappe und von daher war zunächst einmal eine Einkehr in die örtlichen Verpflegungseinrichtungen für Fahrzeug und Personal einzuplanen.
Und los ging es...
Auf dem ersten Abschnitt des heutigen Tages war das "Ardvdreck Castle" ein besonders Highlight. Eine Burgruine aus dem 15. Jahrhundert, um die sich diverse Sagen drehen. So soll ein grau gewandeter Mann das Schloss umgehenden und auch die Tochter des Erbauers als Geist in den Ruinen erscheinen. Ihr Vater hatte sie angeblich dem Teufel zur Braut versprochen, wenn dieser die Erbauer beim Bau der Burg unterstützen würde. Als der Teufel die versprochene Tochter holen wollte, soll sie sich vom Turm gestürzt haben und seitdem in den Mauern umgehen.
Die teils auch wieder nur einspurigen Straßen konnten mit dem bereits bekannten Charme überzeugen. Bergige Passagen mit eine sehr ursprünglichen Straßenführung, welche dann auch wieder an wunderschöne Buchten und somit an die Wasserlinie führten. In den meisten Fällen hat das Ausweichen mit den Ausweichstellen (Passing Points) auch geklappt. Nur einmal eben nicht - da war es dann die Aufgabe mit dem Volvo rückwärts einen steilen Berg hochzufahren. Der Geruch der Kupplung war wohl deutlich zu riechen :-)
Über die Kylesku Bridge ging es in Richtung der Ortschaft Durness, wo es die "Smoo Cave" zu besichtigen gab. Die Höhle ist eine Kalksteinhöhle, welche von Meer- und Süßwasser gespeist wird. Der Begriff "Smoo" leitet sich von dem altnordischen „Sumvya“ ab und bedeutet „Bachtal“ oder „Spalte“. Die Höhle ist über 60 m lang, 40 m breit und der Bogen über dem Eingang über 15 m hoch, welche sie damit zu der Höhle mit dem größten Zugang auf den britischen Inseln macht.
Eigentlich war der Plan nach diesem Besuch die heutige Tagesaufgabe (Timber-Challenge) anzutreten. Allerdings machten sowohl das Wetter, als auch der Volvo hier einen Stricht durch die Rechnung. Durch die starke Beanspruchung der Scheibenwischer durch Wind und Wasser kam es auf der Fahrerseite zu einem Ausfall!
Daher musste kurzentschlossen an dem nächsten Tesco-Markt gestoppt werden, da dieser ein kleines Vordach für eine Reparatur anbieten konnte und somit als stationäre Ersatzgarage diente. Eine improvisierte Lösung war schnell gefunden und es bleibt zu hoffen, dass diese auch den Rest der Reise übersteht.
Das Highlight des heutigen Tages war dann der nördlichste Punkt Großbritanniens! Der "Dunnet Head" markiert genau diesen Punkt in Schottland und bildet somit dann auch den Ort ab, an dem dann so langsam auch die Rückreise in Richtung der Heimat angetreten wird. Unter normalen Umständen ist es möglich von dem Leuchtturm aus die Orkneyinseln zu sehen. Da auf dem folgenden Foto allerdings der Leuchtturm kaum zu sehen ist, war eine Probe diesbezüglich natürlich nicht möglich. Daher mal an dieser Stelle ein Linkwie dieses Bild eigentlich aussehen sollte.
Weiter ging es zum "Castle of Mey", welches eine ganz besondere Bedeutung für das Land hat. 1952 kaufte nämlich die mittlerweile verstorbene Königin Elizabeth ("Queen Mum") das Schloss. Sie wuchs in Schottland auf und fühlte sich in der Abgeschiedenheit heimisch. Es war die einzige Immobilie, die ihr je selbst gehörte. Sie ließ das Castle of Mey grundlegend renovieren. Unter anderem versah sie es erstmals mit Strom- und Wasseranschluss. Es wurde von ihr von 1955 bis zu ihrem Tode (30. März 2002 in Windsor) als Urlaubsdomizil meist in den Monaten August und Oktober genutzt.
Aufgrund des Wetters entschied sich das Team dann doch für eine trockene Unterkunft in einem "Bed and Breakfast" und konnte somit ruhigen Gewissens die Vorbereitungen für den nächsten Tag durchführen.
In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern gute Erholung und bis morgen!
Ihr und euer,
Carsten Hagemann










